Das Dillenburger Schloss, das ab den 1520er Jahren zu einer modernen Festung (Festes Schloss) ausgebaut wurde, war die Hauptresidenz der Grafen von Nassau-Dillenburg. Vor allem die Wohn- und Wirtschaftsbauten wurden 1760 im Siebenjährigen Krieg zerstört, 1768 wurden die Festungsanlagen oberirdisch geschleift. Die Kasematten aus dem 16. Jahrhundert sind zum Teil erhalten. 1872–1875 wurde auf dem ehemaligen oberen Schlosshof der Wilhelmsturm nach Plänen des Baumeisters Friedrich Albert Cremer errichtet.

Der Vorgängerbau des Dillenburger Schlosses war eine Burganlage der Grafen von Nassau aus dem 12. Jahrhundert. Nach den Ausgrabungen vor allem in den 1950er Jahren besaß sie eine etwa kreisrunde Ringmauer von ungefähr 30 Meter Durchmesser, in deren Inneren sich ein frei stehender Turm mit Seitenlängen von 8×7,30 Meter erhob. Vermutlich handelte es sich um einen Wohnturm mit FachwerkFachwerkgeschossen auf Steinunterbau, da in seinem Brandschutt Reste von Gefachlehm und Ofenkacheln gefunden wurden. Diese erste Burg wurde in der Dernbacher Fehde um 1325/27 zerstört.

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die alte Burg wieder aufgebaut und erweitert. Vor allem sollte sie nun auch gegen die immer wirksamer werdenden Feuerwaffen zu verteidigen sein. In den Jahren 1458–1462 war auf der Südseite ein Rondell auf halbrundem Grundriss im Bau, mit dem zunächst als vorgeschobenes, eigenständiges Werk der Graben nach beiden Seiten mit kleineren Feuerwaffen gesichert werden sollte.Noch bis in das 17. Jahrhundert erhob sich über einem im Graben versenkten gemauerten Geschoss mit Schießscharten ein Fachwerkaufsatz. Bei dem Dillenburger Artillerierondell handelt es sich um einen sehr frühen Bau dieses Typs.

1463/69 wurde ein Zwinger genannt, also ein der Hauptmauer vorgelegter Geländestreifen, der durch eine niedrigere Vormauer gesichert war; er wird sich auf der Süd- und Südostseite erstreckt haben und wurde später durch den großen Graben und die Kasematten ersetzt. 1463/64 wurde auch ein erstes Büchsenhaus (Zeughaus) erwähnt.

Dillenburg wurde seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu der ständig bewohnten Hauptresidenz der Grafen von Nassau aus der ottonischen Linie. Vermutlich wurden damals auch die Wohngebäude und die Burgkapelle erneuert, genaue Nachrichten fehlen aber. Mit Sicherheit war die Anlage damals schon in einen oberen Hof auf der Bergkuppe und den im Süden und Südosten vorgelagerten unteren Hof gegliedert, wo sich später Marstall, Schmiede und das neue Zeughaus befanden.

In den Jahrzehnten nach 1500 war die politische Lage besonders zu der benachbarten Landgrafschaft Hessen angespannt. Graf Wilhelm der Reiche von Nassau (regierte 1519 bis 1559) begann angesichts dieser Bedrohungen, seine Residenz mit großem Aufwand zu einer modernen Festung auszubauen. In größeren Territorien sollten solche Aufgaben spezialisierte Landesfestungen übernehmen wie beispielsweise Ziegenhain und Gießen in Hessen; in der kleinen Grafschaft wählte man die Übergangsform des Festen Schlosses, das weiterhin auch als Residenz der Regentenfamilie zu dienen hatte.

Zunächst brach man um 1524 den „gros thurn zu Dillenbergk vor der kuchen“ ab, da er bei einem Artilleriebeschuss beim Niederstürzen die Gebäude hätte beschädigen können. Unter dem Baumeister Ulrich (Utz) von Ansbach, der auch in der Metropole Nürnberg tätig war, wurde 1523 bis 1536 die sogenannte Hohe Mauer auf der Stadtseite aufgeführt, die fast 200.000 Gulden kostete. Auch auf der Hauptangriffsseite im Süden entstanden zu beiden Seiten des älteren Rondells hohe Futtermauern mit Erdhinterfüllung, die Kanonenbeschuss standhalten konnten. Hier besaß das Bauwerk an seinem Sockel (noch erhaltene) Kasemattengänge mit Schießscharten für Handfeuerwaffen für die Grabenverteidigung, während die schweren Geschütze auf einer (später abgetragenen) oberen Plattform standen. Dank des vorgelegten Hauptgrabens konnte nur der obere Teil der Mauer vom Feind beschossen werden, während die Kasematten mit den Schießscharten in einem Toten Winkel lagen. Im Zusammenhang mit den neuen Mauern und Wällen entstanden zwei weitere, nun vermutlich in Anlehnung an die neue italienische Erfindung der Bastion auf polygonalem Grundriss ausgeführte Bollwerke: im Westen das sogenannte Jägergemach und im Osten das Junkerngemach, die beide ausgedehnte Kasematten besaßen. Alle diese Anlagen beschrieb 1559 der Dillenburger Beamte Gottfried Hatzfeld in einem Gedicht.

Im Inneren des Schlosses wurde 1547 ein neues Buchsenhaus (Zeughaus) auf der Westseite des unteren Hofes gebaut. Seit 1553 ergänzte im inneren Schlosshof der Neue Bau, der einen großen Saal enthielt, die ältere Bebauung.

Auf einer um 1575 gezeichneten, später von Braun und Hogenberg 1617 veröffentlichten Ansicht des Festen Schlosses Dillenburg ist die Anlage im fertigen Ausbauzustand zu sehen. Einen guten Eindruck gibt auch eine Zeichnung von Wilhelm Dilich aus dem Jahr 1605.

Im Dreißigjährigen Krieg konnte das Schloss aufgrund seiner starken Verteidigungsanlagen einer Belagerung standhalten.

Das Ende der Festung kam im Siebenjährigen Krieg. Im November 1759 besetzte der Hauptmann Otto Moritz von Düring mit 100 Mann das Schloss. In den letzten Tages des Dezembers 1759 und Anfang Januar 1760 wurde das Dilltal und die Stadt von den Franzosen besetzt. Aber in der Nacht vom 7. auf den 8. Januar vertrieben Truppen des Herzogs Ferdinand von Braunschweig, diese wieder aus der Stadt. Das Schweizerregiment Waldner wurde überrascht und vernichtet, 700 Mann gerieten in Gefangenschaft Daraufhin wurde die Schlossbesatzung vergrößert und die Truppen mit zusätzlichem Proviant ausgestattet. Im Juni 1760 rückten 5000 französische Soldaten ein und begannen das Schloss zu belagern. Die Aufforderung zur Kapitulation wurde vom Hauptmann abgelehnt. So begann der Beschuss des Schlosses und am 13. Juli 1760 wurde dabei ein Heuschober in Brand geschossen. Da nicht genügend Wasser und Mannschaften zum Löschen zur Verfügung standen, brannte der Großteil der Wohnbauten ab. 1768 wurden auch die Befestigungsanlagen geschleift, indem man die meisten oberirdischen Bauteile abbrach und die Kasematten verfüllte. Wesentliche Teile der Kasematten wurden 1930–1934 und 1967/68 ausgegraben und sind nun teilweise wieder zugänglich.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dillenburger_Schloss

Infos aus Google Maps: https://maps.app.goo.gl/chcpesmXg511sFyd6

Hier der Routenplaner zu diesem schönen Ort: