Kindelsbergturm 2024 (Kreuztal): Quelle Foto Marco Mühlnikel


Kindelsbergturm 2023 (Kreuztal): Quelle Foto Gottfried Flechtner

Kindelsbergturm 2007 (Kreuztal): Quelle Foto Wikipedia

Kindelsbergturm 1906 (Kreuztal): Quelle Foto Wikipedia

 

Der Kindelsberg bei Kreuztal im nordrhein-westfälischen Kreis Siegen-Wittgenstein ist ein 618,5 m ü. NHN[1] hoher Berg des Rothaargebirges.

Der weithin sichtbare Berg gilt als Wahrzeichen von Kreuztal und ist nach dem Hohen Wald (656,4 m) der zweithöchste des Stadtgebiets. Auf seiner Gipfelregion mit der Ringwallanlage Kindelsberg stehen der Aussichtsturm Kindelsbergturm und der Sendeturm Kindelsberg. Der Berg ist seit dem 19. Jahrhundert beliebtes Wander- und Ausflugsziel.

Der Kindelsberg ist guter Nährboden für allerlei Sagenbildungen, was besonders auf die Ringwallanlage aus grauer Vorzeit zurückzuführen ist, deren ursprüngliche Bedeutung man wohl mehr erahnte als kannte. Wohl auch daher fanden auf dem Berg viele Sänger- und Turnfeste statt.

Einer Sage nach soll sich auf dem Kindelsberg einstmals eine Ritterburg, die Kindelsburg, befunden haben. Es sind noch Reste einer Wallanlage vorhanden. Aus alten Bruchsteinmauern und Erdwällen wurde eine Ritterburg, manche glaubten sogar römische Wallanlagen zu erkennen. Im Jahr 2017 stellte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) anhand von Bohrproben fest, dass die Wallanlage sogar aus der vorrömischen Eisenzeit, also von den Kelten, stammt.[1]

Nach Ansicht vereinzelter Einheimischer ist es aber auch möglich, dass sich der Name von Berg des Christuskindleins ableitet und später wegen der langen Schreibweise auf Kindelsberg verkürzt wurde.

1998 erschien eine vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe herausgegebene Ausarbeitung von Philipp R. Hömberg auf der Basis von unveröffentlichten Unterlagen des Bodenforschers Heinz Behagels aus dem Jahr 1933. Danach befanden sich etwa zwei Meter vor der heutigen Wallkrone Reste einer bis zu drei Meter breiten Trockenmauer als Bestandteil der ehemaligen Wallfront. Zwischen der Mauer und dem Graben befand sich ein eingeebneter Streifen („Berme“). Im Burginneren fand man Holzkohlenreste und rot gebrannten Lehm, vermutlich die Reste eines verbrannten Holzbaus.

 

Über den Bau eines Aussichtsturms auf dem Kindelsberg wurde erstmals in einer Versammlung von Mitgliedern der Abteilung Krombach des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) am 30. März 1896[1] gesprochen. 1904[1] konstituierte sich ein Bauausschuss aus Vereinsmitgliedern. Dieser ließ 1905[1] einen älteren Plan für einen Holz- oder Eisengerüstturm fallen und entschied sich für einen Bruchsteinbau. Der Grundstein für den Kindelsbergturm wurde am Himmelfahrtstag 1906 gelegt. Planung und Bauleitung oblagen dem Siegener Stadtbaurat Scheppig, die Bauausführung erfolgte durch den Krombacher Bauunternehmer Eduard Burbach.[2]

Alle Baumaterialien mussten mit Ochsen- und Pferdefuhrwerken auf den Berg gekarrt, die Bruchsteine in der Nähe aus einem felsigen Bergrücken herausgebrochen werden. Die Kosten wurden hauptsächlich durch Spenden aufgebracht. Am 26. Mai 1907 fand die Einweihung des damals 22 m[1] hohen Turms unter großer Teilnahme der Bevölkerung statt.

Der Kindelsbergturm war von einer eisernen „Laterne“ gekrönt und am Fuße von einem überdachten Rundgang mit kleinem Aufenthaltsraum umgeben. Zur besseren Betreuung der Wanderer wurde 1953[1] an Stelle einer kleinen Schutzhütte ein Blockhaus aus Fichtenstämmen mit Bruchsteinsockel errichtet. Da auch dieses den Ansprüchen der vielen Besucher bald nicht mehr genügte, wurde es 1968[1] zu einem großen, „in seiner Architektur am Blockhausstil der Alpenländer orientierten“ Berggasthaus erheblich erweitert. Mit dem zweiten Bauabschnitt wurde 1971  der Neubau vollendet. 1990 wurde ein Küchenanbau errichtet und 1996 ein Terrassenanbau.[1] Das Gebäude ist nun nicht mehr nur ein Wanderheim, sondern respektables Gästehaus für Wanderer und Touristen – die Kindelsberg Raststätte.[3]

Allerdings ist der Turm nicht mehr in seiner ursprünglichen Form zu sehen. In den 1980ern wurde beispielsweise die auf 20 m Höhe[4] liegende offene Aussichtsplattform durch einen vergitterten, überdachten Rundgang ersetzt. Außerdem wurden am Turm und auf dem Dach Antennen angebracht, mit denen er heute eine Höhe von 28 m Höhe[4] erreicht. Das damalige Aussehen lässt sich nur noch auf älteren Emblemen der Krombacher Brauerei erahnen, da der Turm Bestandteil des Firmenemblems ist. Anlässlich der Feier des 75-jährigen Bestehens, die am 20. Mai 1982 mit tausenden Wanderfreunden stattfand, wurde von der Brauerei eine Gedenktafel am Turm angebracht.[4]

 

Auf und um den Kindelsberg wurde früher Bergbau betrieben. Daher ist das vor Ort liegende Müsener Revier, unter anderem mit der östlich benachbarten Martinshardt (616,1 m), das zu den wichtigsten im Siegerland zählte, von zahlreichen Stollen durchzogen. Bekanntester ist der Kronprinz-Friedrich-Wilhelm-Erbstollen, welcher in der unmittelbaren Innenstadt von Kreuztal beginnt und sich bis weit unter den Berg erstreckt. Auf dem nordöstlich benachbarten Ziegenberg (Hölzenberg; 521,1 m) befinden sich die Reste der Bergbauwüstung Altenberg.

Quelle und weitere Infos: „Kindelsberg“ – Bearbeiten – Wikipedia
Weitere Informationen aus Google Maps: https://maps.app.goo.gl/Cwnza213C158DoRF7

Hier der Routenplaner zu diesem schönen Ort: