Der Hohenseelbachskopf ist ein 517,5 m ü. NHN hoher Berg und Lavadom im Südlichen Hellerbergland (Siegerland). Er liegt zwischen Daaden im Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz (RP) und Neunkirchen im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen (NW) und ist der höchste Berg auf dem Gebiet der Gemeinde Neunkirchen.

Der Hohenseelbachskopf ist entstanden als Basaltkuppe, er bildet einen westlichen Ausläufer des Westerwälder Vulkanfelds. Der massive Basalt bildete eine Kuppe von 20 bis 30 m Höhe. Sie war etwa 60 m breit und über 150 m lang, die einer geringmächtigen Decke aus Tuff aufsitzt. Umgeben ist sie von im Eiszeitalter entstandenen (periglazialen) Blockfeldern und Schuttströmen aus verwittertem Basalt.

Der Hohenseelbachskopf, die Mahlscheid und der in nur rund 5 km Entfernung befindliche Druidenstein waren vermutlich bedeutende keltische Siedlungs- und/oder Kultstätten.

Während der keltischen Besiedlung des Siegerlandes – also zwischen 500 und 300 vor Christus und dem Jahre Null – war auf dem Berg eine keltische Ringwallanlage und eine Urnengrabstätte entstanden. Das Adelsgeschlecht von Seelbach, erstmals 1288 urkundlich erwähnt, legte 1350 auf der Basaltkuppe des Hohenseelbachskopfes eine Burg an, die schon zwei Jahre später durch den Erzbischof von Trier wieder zerstört wurde, weil ihre Besitzer angeblich Raubritter waren. Vor dem Basaltabbau wurden von Heimatforschern Reste von (keltischen) Urnengräbern und mittelalterliche Gebrauchsgegenstände geborgen. Auch konnte man noch Skizzen der (keltischen) Ringwallanlage und des Burggrundrisses kartografieren.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hohenseelbachskopf

Infos aus Google Maps: https://maps.app.goo.gl/MEpH5KHrFyqDTnp88

Die kurze Geschichte der Burg Hohenseelbach aus dem 14. Jahrhundert war immer wieder Gegenstand mündlicher und literarischer Überlieferung. Ein ausgestorbenes Adelsgeschlecht und eine nach ihrer Zerstörung im Jahre 1352 nicht wieder aufgebaute, aber ehemals sicher imposant wirkende Burganlage regte zu allerlei Spekulationen an.

Im Grenzsaum des Kreises Siegen-Wittgenstein und des Kreises Altenkirchen liegt die Basaltkuppe des Hohenseelbachkopfes. Hier stand vor Zeiten die Burg des Ritters Albert von Seelbach und seiner jungen und schönen Frau Gertrud. Das Glück der beiden war aber nicht von Dauer, denn des Ritters Sinn war auf äußere Pracht und auf Vergnügen gerichtet. Großartige Jagden, prunkvolle Turniere und Feste ließen seinen Geist unruhig werden. Nachdem er fast sein ganzes Hab und Gut für seine Vergnügungen in Pfand gegeben hatte, zog Ritter Albert mit seinen Knechten aus und wurde zum Schrecken für alle Bauern und Kaufleute. Selbst die Kirchen waren nicht mehr sicher. Der Ritter Albert fand Gefallen an seinem Räuberhandwerk und zog sogar bis in das Naussauische und Rheinische. Seine Frau Gertrud aber grämte sich daheim und welkte in der Blüte ihrer Jahre.

Nach langen Klagen der wehrlosen Landleute machte sich der Trierer Erzbischof Balduin mit seiner Heeresmacht auf, die Burg Hohenseelbach zu belagern und Rechenschaft zu fordern. Enger und enger schloss sich der Ring der Belagerer um die basaltenen Mauern der Burg. Verzweifelt war die Gegenwehr der Eingeschlossenen und selbst Frau Gertrud stand bei den Kämpfenden auf der Mauer. Als der Bischof alsbald nichts weniger als die Schlüssel der Burg forderte, höhnte Ritter Albert: Eher solle die Buche im Burghof zu Stein werden, als dass der Trierer einen Fuß auf die Mauer setze!

Der Kampf ging weiter bis die Gegner das Bollwerk erstiegen und in das Innere der Burg drangen. Da flehte Ritter Albert den Bischof um Erbarmen. Doch dieser erwiderte: „Eure Kleider, Ritter, riechen mir zu sehr nach Brand, und Eure Hände triefen mir zu sehr von Blut, als dass ich Euch die Versöhnungshand reichen könnte. Euer Weib aber mag in Frieden ziehen und alles, was sie tragen kann, mit in die Freiheit nehmen!”

Jäh erbleichte der Bischof, als er nicht lange danach die Burgfrau durch das Tor schreiten sah, die ihren Gatten auf dem Rücken trug. Nur mit Mühe konnte er, im Gedanken an das gegebene Wort, seinen Zorn niederhalten und ließ die getreue Gertrud mit ihrem Albert von dannen ziehen.

Auf Hohenseelbach aber ist kein Stein auf dem andern geblieben und die Buche im Burghof war noch über Nacht zu Stein geworden. In mondhellen Nächten soll die zerstörte Burg für Augenblicke aus der Tiefe steigen und eine lange, schwarze Fahne weithin sichtbar wehen.

Quelle:
Gekürzte und vereinfachte Version auf der Basis des Textes von Adolf Wurmbach: Von Bergmännern und Hammerschmieden (Kleine Westfälische Reihe, IV/7, Münster 1960), bearb. von Irene Rumpler M.A.

Burg hohenseelbach – Google Suche

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